Netzhauterkrankungen in Lauchringen bei Waldshut

Makuladegeneration: Den Blick fürs Wesentliche bewahren

Früherkennung, präzise Diagnostik und gezielte IVOM-Therapie für den Erhalt Ihrer Sehkraft.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen im höheren Alter. Sie betrifft die Makula – den Ort des schärfsten Sehens – und beeinträchtigt damit genau jene Fähigkeiten, die im Alltag besonders zählen: Lesen, Gesichter erkennen, Autofahren. Die gute Nachricht: Dank modernster Diagnostik wie OCT und Fluoreszenzangiographie sowie der hochwirksamen IVOM-Therapie in unserem eigenen OP-Zentrum können wir den Verlauf heute wirksam aufhalten.

OCT & Fluoreszenzangiographie IVOM im eigenen OP-Zentrum Persönliche Langzeitbetreuung
Augenärztin untersucht einen älteren Patienten an einem Diagnostikgerät
Wenn das Zentrum unscharf wird

Was ist die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine chronische Erkrankung der Netzhautmitte, der sogenannten Makula. Dieser kleine, hochspezialisierte Bereich – auch „Gelber Fleck" genannt – ist für das Scharf- und Farbsehen verantwortlich. Hier sitzen die meisten Sinneszellen, die wir für detailliertes Sehen benötigen.

Im Alter können sich dort Stoffwechselabbauprodukte (sogenannte Drusen) ablagern, die eine allmähliche Funktionsstörung der Makula auslösen. Das Tückische: Die Erkrankung beginnt häufig schleichend und bleibt lange unbemerkt – besonders dann, wenn zunächst nur ein Auge betroffen ist und das andere den Verlust kompensiert.

In Deutschland leiden rund 2 bis 3 Millionen Menschen an einer Form der Makuladegeneration. Sie zählt damit zu den häufigsten Netzhauterkrankungen überhaupt.

Ärztin erklärt die Anatomie des Auges an einem Querschnittmodell

Aufklärung ist uns wichtig: Die AMD betrifft die Netzhaut im hinteren Augenabschnitt.

Zwei Verlaufsformen

Trocken oder Feucht – der entscheidende Unterschied

Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptformen der AMD, die sich in Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten deutlich unterscheiden:

Trockene Makuladegeneration (~80 % der Fälle)

Die häufigere Form. Sie schreitet meist nur langsam über Jahre fort. Es lagern sich Stoffwechselprodukte (Drusen) unter der Netzhaut ab, die die Sehzellen allmählich schädigen. Eine ursächliche Behandlung gibt es hierfür bislang nicht; allerdings können ein gesunder Lebensstil, der Verzicht auf Rauchen und spezielle Nahrungsergänzungsmittel den Verlauf positiv beeinflussen.

Feuchte Makuladegeneration (~20 % der Fälle)

Die aggressivere Form. Hier wachsen krankhafte, undichte Blutgefäße unter die Netzhaut, die zu Schwellungen und Blutungen führen. Die Sehverschlechterung kann rapide eintreten. Die feuchte AMD ist für den Großteil der schweren Sehverluste verantwortlich – lässt sich heutzutage aber durch die IVOM-Therapie wirksam behandeln und oft zum Stillstand bringen.

Erblindung heute vermeidbar
Die wichtigste Botschaft

Droht mir durch eine AMD der vollständige Verlust meines Augenlichts?

Die Diagnose „Makuladegeneration" löst verständlicherweise große Ängste aus. Doch gerade hier hat die moderne Augenheilkunde in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und die Aussichten für Betroffene haben sich grundlegend verbessert.

Zunächst das Wichtigste: Die AMD betrifft ausschließlich das zentrale Sehen. Das äußere (periphere) Gesichtsfeld bleibt erhalten. Sie können sich also im Raum weiterhin orientieren und verlieren nicht Ihr gesamtes Sehvermögen.

Vor der Einführung der IVOM-Therapie war die feuchte AMD für einen Großteil der schweren Sehbehinderungen verantwortlich. Heute hat sich das Bild grundlegend gewandelt: Durch rechtzeitige Erkennung mittels OCT und Fluoreszenzangiographie, konsequente IVOM-Behandlung und engmaschige Verlaufskontrollen ist eine vollständige Erblindung durch die AMD heutzutage eher selten geworden. In vielen Fällen kann die Sehschärfe stabilisiert, manchmal sogar verbessert werden.

Der Schlüssel liegt in der Früherkennung: Je eher eine feuchte AMD diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, das vorhandene Sehvermögen langfristig zu erhalten. Deshalb empfehlen wir insbesondere ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige augenärztliche Vorsorge.

Ältere Patientin bei einer Augenuntersuchung am modernen Diagnostikgerät

Regelmäßige Kontrollen sind der wichtigste Schutz vor schwerem Sehverlust.

Warnsignale & Selbsttest

Anzeichen einer AMD frühzeitig erkennen

Die Makuladegeneration beginnt schleichend. Frühe Anzeichen sind subtil und werden im Alltag oft nicht sofort bemerkt – besonders wenn zunächst nur ein Auge betroffen ist. Achten Sie auf folgende Warnsignale:

Verzerrte Linien: Gerade Linien (z. B. Türrahmen, Fliesenfugen) erscheinen plötzlich gebogen oder wellig.

Dunkler Fleck: Ein grauer oder dunkler Fleck erscheint im Zentrum des Sichtfeldes und kann mit der Zeit größer werden.

Leseschwierigkeiten: Buchstaben wirken verschwommen, verzerrt oder fehlen stellenweise ganz.

Kontrastprobleme: Dämmerung und schlechte Lichtverhältnisse werden zunehmend zum Problem.

Amsler-Gitter-Test: Ein einfacher Selbsttest für zu Hause. Betrachten Sie bei guter Beleuchtung ein kariertes Muster (z. B. Millimeterpapier) mit einem Auge. Wenn die Linien verzerrt, gebogen oder stellenweise dunkel erscheinen, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Fragen Sie uns gerne nach einem Amsler-Gitter für Ihren täglichen Selbsttest.

Lächelnde Patientin am Untersuchungsgerät blickt entspannt in die Linse

Vorsorge schafft Sicherheit – auch ohne Beschwerden empfehlen wir regelmäßige Kontrollen ab 50.

Risikofaktoren, die eine AMD begünstigen können

  • Fortgeschrittenes Alter (ab ca. 50 Jahren)
  • Familiäre Vorbelastung (AMD in der Verwandtschaft)
  • Rauchen (verdoppelt das Risiko nachweislich)
  • Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Starke, langjährige UV-Lichtbelastung
  • Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel
Höchste Präzision

Spezialisierte Diagnostik in unserer Praxis

Um eine feuchte AMD von einer trockenen zu unterscheiden und die Therapieentscheidung exakt zu treffen, greifen wir auf hochmoderne Bildgebungsverfahren zurück. Nur so können wir kleinste Veränderungen erkennen, noch bevor Sie selbst etwas bemerken.

OCT (Optische Kohärenztomographie)

Ein berührungsfreier, harmloser Laser scannt die Netzhautschichten mikrometergenau. Wir können damit feinste Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) in der Makula aufspüren, die Netzhautdicke exakt vermessen und den Therapieerfolg objektiv dokumentieren. Die OCT ist das wichtigste Instrument unserer Verlaufskontrolle.

Fluoreszenzangiographie (FAG / FLA)

Die Gefäßdarstellung der Netzhaut. Hierbei wird Ihnen ein gut verträglicher Farbstoff in eine Armvene gespritzt. Mit einer speziellen Kamera fotografieren wir den Augenhintergrund. Der Farbstoff macht krankhafte, undichte Blutgefäße sichtbar und liefert den exakten „Bauplan" der Schädigung – die Grundlage für eine gezielte Therapieplanung.

Augenhintergrundspiegelung (Funduskopie)

Die klassische Basisuntersuchung: Wir betrachten die Netzhaut direkt an der Spaltlampe. So können wir Drusen (Ablagerungen), Veränderungen der Pigmentschicht und Blutungen erkennen und den Gesamtzustand des Augenhintergrundes beurteilen.

Digitale Darstellung des Augenhintergrundes auf einem Bildschirm

Hochaufgelöste Scans der Netzhaut machen krankhafte Gefäßveränderungen sichtbar.

Patientin während einer Augenuntersuchung in einer modernen Praxis

Moderne Diagnostik in angenehmer Atmosphäre – die Untersuchungen sind schmerzfrei und schnell.

Goldstandard der Behandlung

Die IVOM-Therapie bei feuchter AMD

Ist bei Ihnen eine feuchte Makuladegeneration diagnostiziert worden, ist schnelles Handeln entscheidend. Die weltweit bewährte Methode, um den Sehverlust aufzuhalten, ist die Intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) – die häufigste Augenoperation überhaupt.

Patientin entspannt bei einer Augenuntersuchung

Ziel jeder Behandlung: den Krankheitsverlauf stoppen und die Sehkraft erhalten.

So wirkt die IVOM

Bei der IVOM werden sogenannte VEGF-Hemmer unter sterilen Bedingungen direkt in den Glaskörper des Auges injiziert. Diese Medikamente blockieren den Wachstumsfaktor (VEGF), der für die Neubildung der krankhaften, undichten Blutgefäße verantwortlich ist.

Das Ergebnis: Die Gefäße bilden sich zurück, die Netzhaut schwillt ab und die Sehkraft stabilisiert sich. In vielen Fällen kann das Sehvermögen sogar verbessert werden.

Warum direkt ins Auge? Medikamente, die als Tabletten eingenommen werden, erreichen das Augeninnere nur in sehr geringen Mengen. Die direkte Gabe in den Glaskörper – der keine Blutgefäße oder Nerven enthält und daher schmerzunempfindlich ist – ermöglicht eine maximale Wirkung bei minimaler Belastung für den Körper.

Der Ablauf im eigenen OP-Zentrum

  • Intensive lokale Betäubung durch spezielle Augentropfen – Sie spüren in der Regel lediglich ein kurzes Druckgefühl.
  • Sterile Vorbereitung in unserem hauseigenen OP-Raum.
  • Schmerzfreie Injektion mit einer hauchdünnen Nadel – der eigentliche Vorgang dauert nur Sekunden.
  • Kontrolluntersuchung am nächsten Tag, danach können Sie in der Regel wieder normal Ihren Alltag gestalten.
Ihr Behandlungsweg

Von der Diagnose zur langfristigen Stabilisierung

Die AMD ist eine chronische Erkrankung. Eine einmalige IVOM-Behandlung reicht in der Regel nicht aus. Wir begleiten Sie systematisch durch jeden Schritt – mit dem Ziel, Ihre Sehkraft so lange wie möglich zu erhalten.

1

Erstdiagnose

Genaue Bestimmung, ob trockene oder feuchte AMD vorliegt – mittels OCT, Fluoreszenzangiographie und Funduskopie.

2

Aufsättigungsphase

Drei ambulante IVOM-Injektionen im Abstand von je vier Wochen in unserem hauseigenen OP – zur gezielten Austrocknung der Makula.

3

Kontrollphase

Engmaschiges OCT-Monitoring nach dem Aufsättigungszyklus, um die Netzhaut auf neue Flüssigkeit zu prüfen und den Therapieerfolg zu bewerten.

4

Individualisierung

Anpassung des Behandlungsintervalls individuell für Ihre Augen. Bei neuen Flüssigkeitseinlagerungen greifen wir sofort wieder ein.

Häufige Fragen

FAQ zur Makuladegeneration

Werde ich durch die AMD erblinden?

Dank moderner Diagnostik und konsequenter IVOM-Therapie ist eine vollständige Erblindung durch die AMD heute eher selten. Das periphere Sehen bleibt erhalten – die Orientierung im Raum ist weiterhin möglich. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, die vorhandene Sehschärfe langfristig zu stabilisieren oder sogar zu verbessern.

Ist die IVOM-Spritze schmerzhaft?

Nein, der Eingriff ist nahezu schmerzfrei. Das Auge wird vorab durch spezielle Augentropfen intensiv lokal betäubt. Der Glaskörper, in den das Medikament injiziert wird, enthält keine Nerven und ist daher schmerzunempfindlich. Die meisten Patienten spüren lediglich ein kurzes Druckgefühl.

Kann ich die Erkrankung selbst bemerken?

Ein erster Hinweis kann der Amsler-Gitter-Test sein: Betrachten Sie ein kariertes Muster mit einem Auge. Wenn die Linien verzerrt, gebogen oder stellenweise dunkel erscheinen, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Aber Vorsicht: Im Frühstadium bleibt die AMD oft unbemerkt, da das andere Auge kompensiert.

Wie oft muss ich zur Kontrolle?

Bei der feuchten AMD sind regelmäßige Kontrollen unerlässlich. Nach der Aufsättigungsphase (drei Injektionen) legen wir das Kontrollintervall individuell fest. Häufig sind zunächst monatliche OCT-Kontrollen erforderlich. Mit der Zeit kann das Intervall oft gestreckt werden.

Übernimmt die Krankenkasse die IVOM?

Ja, die IVOM-Behandlung bei feuchter AMD ist eine Kassenleistung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen, sofern die Therapie medizinisch indiziert ist. Wir beraten Sie hierzu transparent in der Praxis.

Kann sich eine trockene AMD in eine feuchte verwandeln?

Ja, das ist möglich. Die feuchte AMD entwickelt sich immer aus einer zuvor bestehenden trockenen Form. Deshalb ist auch bei der trockenen AMD eine regelmäßige Kontrolle entscheidend – um den Übergang in die feuchte Form so früh wie möglich zu erkennen und sofort handeln zu können.

Was kann ich selbst tun?

Eine gesunde Lebensweise kann den Verlauf positiv beeinflussen: ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren, Verzicht auf Rauchen, UV-Schutz durch hochwertige Sonnenbrillen und regelmäßige Bewegung. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel (AREDS-Formel) können bei bestimmten Stadien empfohlen werden.

Darf ich nach der IVOM Auto fahren?

Nein, nach der Behandlung ist Ihre Sehfähigkeit vorübergehend eingeschränkt – durch die Pupillenerweiterung und das Betäubungsmittel. Bitte bringen Sie eine Begleitperson mit oder nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel.

Haben Sie beim Lesen Schwierigkeiten, sehen gerade Linien verzerrt oder bemerken einen dunklen Fleck im Sichtfeld? Zögern Sie nicht und lassen Sie Ihre Augen zeitnah untersuchen.

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